Ich habe mal eine steile These für dich: Bekanntheit ist der teuerste Irrglaube im Musikbusiness.
Die meisten Musiker halten Bekanntheit, für etwas was sie nicht ist: die Voraussetzung für gute Gagen. Für Buchungen. Für ein Leben von der Musik. Und genau dieser Denkfehler kostet eben eine unnötige Umwege und unnötige Zeitinvestitionen.
Heute werden wir über diese drei Dinge sprechen: Wie du als Musiker bekannter wirst. Warum du Das eigentlich gar nicht brauchst. Und warum „bekannter werden“ niemals dein erstes Ziel sein sollte – sondern immer erst die Folge von etwas anderem.
Machen wir uns nichts vor – Was du tun kannst, um als Musiker bekannter zu werden, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein.
Über Social Media – Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube – kannst du große Reichweiten aufbauen. Die eigentliche Hürde ist, die Gesetze dieser Medien zu befolgen, und Content als Musiker so zu produzieren und zu schneiden, dass er überhaupt vom Algorithmus bevorzugt wird und dadurch eine größere, vielleicht sogar virale Reichweite bekommt.
Dieser Content muss natürlich:
1.) An der Zielgruppe ausgerichtet sein und auch zur eigenen Strategie passen wenn man Musik verkaufen will oder eine Show bewerben möchte. Es geht nicht darum, dass du nur die Musik postest, die du selber so toll findest. Es geht darum die Schnittmenge von Songs zu erwischen, die du gut findest UND deine Zielgruppe
2.) Produziert nach Algorithmus- und Plattform- Regeln
Für größere Reichweiten musst du die jeweiligen Spielregeln der Plattformen berücksichtigen – bei denen du posten möchtest. Klar kann man auch einfach Auftrittsvideos irgendwie schnell hochladen. Aber wenn du wirklich größere Reichweiten haben willst, musst du den Content eben bearbeiten und strategisch ausrichten – nicht nur nach deinem Bauchgefühl.
3.) die menschliche Wahrnehmung beachten.
Die Leute haben mittlerweile die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege. Auch das solltest du mit bedenken. Und es kommt natürlich, wie immer, auf die Zielgruppe an, für die du deine Inhalte produzierst.
Die andere Herausforderung ist, regelmäßig Inhalte zu produzieren. Es reicht nicht aus, ein paar Sachen ein paar Mal zu posten und dann tausende Likes, Follower und Streams oder Auftrittsanfragen zu erwarten. Du brauchst eine langfristige Content-Strategie, die zu dir persönlich und deiner Musik oder auch deinem Show-Angebot beziehungsweise deinem Unterrichtsformat passt.
Das kann Youtube sein – ist als Musiker immer ziemlich sinnvoll, das kann auch bedeuten aktiv jeden Tag mit Kommentaren sichtbar zu sein.
Und im Übrigen: Für bestimmte Ziele brauchst du gar nicht gleich Millionen Aufrufe.
Ich selber hatte als Eventsängerin mit einem YouTube-Video über 60.000 Aufrufe, ein anderes hatte rund 30.000 Aufrufe. Das ist jetzt auch schon etwas länger her, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt tatsächlich auch mehr Anfragen bekommen. Das konnte ich merken, weil die Leute mir in ihren Anfragen geschrieben hatten, dass sie mein Video gesehen hatten.
Das war ein netter Nebeneffekt, aber ich habe das nicht gebraucht, weil ich immer auf Werbeanzeigen gesetzt hatte.
Die meisten Musiker glauben: Große Bekanntheit ist die Voraussetzung für vierstellige Gagen. Für regelmäßige Buchungen von Firmen und Veranstaltern. Ich bin der lebende Gegenbeweis, dass das einfach nicht stimmt.
Musiker denken oft: Wenn ich erst bekannter oder berühmter bin, dann kommen die Buchungen und Anfragen oder bessere Gagen von ganz alleine.
Aber das das ist aus meiner Sicht ein Trugschluss. Wenn du das strategisch vorher nicht klar durchdacht hast, kommen Buchungen und Auftrittsangebote eben nicht von alleine.
Was machst du also mit vielen Followern und vielen Hörern?
Wie gehst du vor, wenn du sie zu deinem Auftritt oder zu deinem Workshop einladen willst? Wie gehst du vor, wenn du ihnen ein ganzes Album zum Streamen oder Kaufen vorstellen möchtest? Wie gehst du vor, wenn du Follower hast, die vielleicht auf der ganzen Welt verstreut sind, aber vielleicht nicht unbedingt in Auftrittsnähe wohnen?
Hierfür brauchst du eine Strategie , die zu deinem Ziel als Musiker passt.
Und jetzt kommen wir mal kurz zu 2 wichtigen Vorkehrungen, die du definitiv beachten solltest, wenn du gerade dabei bist dir mit Social Media eine große Reichweite bzw. Communitiy aufzubauen.
Führe immer einen Newsletter. Ich würde jedem Musiker immer raten: Baue niemals nur auf eine einzige Social-Media-Plattform. Die erste grundsätzliche Vorkehrung: Baue zusätzlich immer einen Newsletter auf.
Aus einem einfachen Grund: Jede Plattform – Instagram, TikTok, Facebook und so weiter – kann morgen entscheiden, den Laden dichtzumachen. Dann war es das mit deiner jahrelangen Arbeit.
Die Follower sind dann weg. Jahrelange Arbeit einfach weg. Gelöscht.
Mit einer Email-Liste passiert dir das nicht – weil die Emailliste, also deine NEwsletter Abonennten dir niemand anderes wegnehmen kann – im Gegensatz zu den Followern der ganzen Social Media Plattformen.
Und es gibt noch einen andere Fälle: Große Accounts werden manchmal aus den unterschiedlichsten Gründen plötzlich gesperrt. Auch dann hast du kein Backup.
Du brauchst also eine E-Mail-Liste als Absicherung.
Die Emailliste hat aber nicht nur aus Sicherheit einen großen Vorteil. Mit Email hast du eine ganz andere, verlässlichere Kontaktmöglichkeit. Es gibt hier nämlich keinen Algorithmus, der dir hier dazwischen funkt und bestimmt, wer von den Leuten deine Inhalte überhaupt zu sehen bekommt. Das ist bei Email-Marketing ganz anders. Deine Email wird auf jeden Fall versendet (bei normaler gesunder Domain – und Emailreputation). Hier bestimmen nur noch die Öffnungsraten deiner Email darüber ob Inhalte konsumiert werden – aber das hast du ja in der Hand.
Die 2. wichtige Vorkehrung, die du unbedingt als Absicherung treffen solltest bei großer Social Media Reichweite bzw. Aufbau:
Bei META – Also Facebook / Insta immer einen 2. Seiten-Admin bestimmen.
Und bei Meta, also Instagram oder Facebook, solltest du außerdem immer einen zweiten Seitenadministrator bestimmen. Falls dein Konto gelöscht oder gesperrt wird, hat diese Person die Möglichkeit, Maßnahmen einzuleiten und dir zu helfen. Das ist deutlich schwieriger, wenn du alleiniger Administrator bist.
Und jetzt sprechen wir einmal über einen anderen Blickwinkel der BEkanntheit oder den eigentlichen dahinterstehenden Motiven, warum du als Musiker bekannter werden willst.
Warum wollen so viele zuerst bekannter werden als Musiker?
Ich denke, dass hat damit zu tun, dass man dann glaubt: “Jetzt werde ich endlich ernster genommen. Ich habe hier meinen Status als etablierter Musiker – weil ich ja bekannter bin.“
Jetzt brauche ich mich nicht mehr verstecken. Aber diese Denkweise – die ich selbstverständlich auch nachvollziehen kann – hat auch einen Denk-Haken.
Wenn du selber deine Ernsthaftigkeit als “echter Künstler” nicht über dein Werk definierst, also nicht darüber, dass du Songs schreibst, dass du dir Melodien ausdenkst, neue Unterrichtskonzepte, Arrangements schreibst, eine Show oder einen Auftritt vorbereitest, an deine Gesangstechnik oder Spieltechnik übst, sondern wenn du deine eigene Künstleridentität davon abhängig machst, wie bekannt du bist anstatt von der Kunst, von deinem Werk, deiner Musik, dann kann „Berühmt sein“ niemals diese innere Leere füllen, die du damit versuchst auszugleichen. Popularität braucht nicht die Rechtfertigung für deine Wahl Musiker oder Künstler zu sein. Die Daseinsberechtigung musst du dir selber geben. Deinen Platz in der Welt suchst du dir selber aus. Deinen Platz als Künstler, als Musiker musst du dir nehmen. Das ist nichts, was wirklich von Außen kommen kann. Das ist eine innere Entwicklung.
Und genau deswegen glaube ich, sollte das “bekannter werden als Musiker” nicht dein oberstes Ziel sein. Dein oberstes Ziel sollte die Sache sein, dein Werk ob als Musikerin oder Musiklehrer. Berühmtsein oder bekannter werden sollte der Sache dienen.
Ich glaube, um wirklich authentisch bei sich selbst sein zu können, solltest du vorher einen festen künstlerischen Kern oder ein klares Angebot entwickelt haben.
Was meine ich damit?
Ich meine, dass du dir bei deiner Art des Songwritings, deiner Art, Live-Shows zu spielen oder zu unterrichten, zu hundert Prozent sicher sein solltest.
Ich glaube, dass Musiker und Künstler, die diese Sicherheit noch nicht haben und dann plötzlich berühmt werden, später Schwierigkeiten bekommen könnten, sich auf gesunde Weise als Künstler weiterzuentwickeln.
Und ich glaube außerdem, dass es für keinen Menschen gut und gesund sein kann, plötzlich so massiv in diese verrückte Medienwelt hineinkatapultiert zu werden.
Denn die nächste Frage lautet:
Was machst du, wenn du plötzlich bekannter wirst?
Wie holst du Follower, Fans, echte Interessenten und Veranstalter dann wirklich ab? Wie baust du aus einem Hit ein langfristiges Momentum? Und hast du überhaupt dafür gesorgt, dass du schon ein ganzes Album fertig hast?
Vom Applausbrot wirst du als Musiker nicht satt.
Von Likes, Followern, Streams oder vom Berühmtsein allein wirst du am Ende ebenfalls nicht satt.
Deshalb sollte das erste Ziel meiner Meinung nach sein, eine zu hundert Prozent authentische Live-Show zu entwickeln, die sich wirklich nach dir anfühlt. Dass sich deine Songs nach dir anfühlen. Dass sich deine Show, dein Unterrichtskonzept nach dir anfühlt.
Du brauchst einen 100% festen, inneren Kern, der sich nach dir anfühlt.
Der Spagat entsteht dann natürlich im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Identität auf der einen und wirtschaftlichen Zielen auf der anderen Seite.
Aber diese 2 Seiten das müssen keine Gegensätze sein. Das muss sich gar nicht anstrengend anfühlen.
Um diesen inneren künstlerischen Kern besser zu spüren gibt es ein sehr bekanntest, älteres Buch von der amerikanischen Autorin Julia Cameron “Der Weg des Künstlers”. Diese Buch – und vor allen Dingen ihre Technik der Morgenseiten – möchte ich dir gerne an Herz legen. Aber ich möchte das noch mal betonen: der alleinige Fokus allein auf Kreativ-Techniken bringt einen nicht weiter – es hätte mich nicht weiter gebracht und es hätte mir alleine garantiert nicht meine regelmäßigen Auftrittsbuchungen eingebracht.
Und bei der Entwicklung einer Branding und Angebots-Strategie für dich als Musiker kannst du dir gerne einen unverbindlichen Kennenlern-Termin für ein Zoom Meeting mit mir buchen. Also klicke hier und nimm dir deinen SPOTLIGHT SEAT und lass uns beide mal kennenlernen.
Am Ende gibt es tausend Wege, die nach Rom führen. Und genauso viele Wege gibt es, eine Live-Show oder einen Kurs zu entwickeln, der gleichzeitig authentisch zu dir passt und wirtschaftlich tragfähig ist.
Du musst dir so oder so klar darüber sein, was der nächste Schritt sein soll. Wie dieser Schritt aussieht. Wie du damit Geld verdienst. Und wie du vermeidest, in Abhängigkeiten zu geraten, die in diesem Business sehr schnell entstehen können.
Denn ohne eine durchdachte Strategie, die im Einklang mit deinem Musikangebot, deiner Persönlichkeit und deinem Künstlerimage steht, wird dir Bekanntheit allein nur wenig bringen.
Bekanntheit als Musiker ist kein Geschäftsmodell.
Bekanntheit ist ein Verstärker. Es macht das größer, was vorher schon da war.
Deswegen lautet die eigentliche Frage lautet deshalb nicht:
„Wie werde ich als Musiker bekannter?“
Sondern:
„Was genau sollen Menschen entdecken, wenn sie mich gefunden haben?“
Denn erst wenn dein Künstler Image, dein Angebot und deine Strategie zusammenpassen, kann Bekanntheit zu etwas werden, das dich langfristig trägt – nicht nur kurzweilig .
Und genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen einem Musiker, der nur Aufmerksamkeit bekommt, und einem Musiker, der sich eine nachhaltige Musikerkarriere aufbaut.
In deinem Spirit.
In deinem Feuer.
Für deine Freiheit.


© 2026 - Julie Wnuk | Sängerin - Musikercoach - Songwriter | Alle Rechte vorbehalten
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